Eine Freundin rief mich letzte Woche an. "Ich habe drei Angebote für SEO", sagte sie. "Eins kostet 600 Euro im Monat, eins 2.400, eins 6.000. Und alle drei versprechen mir Platz 1 bei Google. Was davon ist Abzocke?"
Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird. Und die ehrliche Antwort ist unangenehm: Bei SEO-Kosten gibt es keine Preisliste. Es gibt nur Angebote, deren Kalkulation Sie durchschauen müssen. Wer "Suchmaschinenoptimierung Kosten" googelt, landet auf Seiten, die brav 1.000 bis 8.000 Euro im Monat nennen und dann aufhören. Damit kann niemand arbeiten. Also mache ich das anders: Ich zeige Ihnen, wie sich SEO-Budgets tatsächlich zusammensetzen, was die einzelnen Bausteine kosten und wie Sie in zehn Minuten erkennen, ob ein Angebot seriös kalkuliert ist.
Wichtige Erkenntnisse
- SEO-Kosten entstehen aus Einzelposten (Audit, Content, Linkaufbau, Technik) – nicht aus einem Pauschalbetrag pro Monat.
- Ein sauberes Angebot nennt Tätigkeiten, Stundenzahl und Ergebnis. Ein Angebot, das nur "SEO-Paket 2.500 €" sagt, sagt nichts.
- Die drei häufigsten Abrechnungsmodelle sind Stundenhonorar, Monatspauschale und Retainer – jedes passt zu einer anderen Ausgangslage.
- Selber machen spart Honorar, kostet aber Ihre Zeit: realistisch 8 bis 15 Stunden pro Woche in den ersten Monaten.
- Der teuerste Posten ist fast nie die Technik – es ist Content, der über Jahre gepflegt wird.
- SEO rechnet sich nicht über den Monatspreis, sondern über Kosten pro gewonnenem Kunden. Diese Zahl sollten Sie einfordern.
Wie sich Suchmaschinenoptimierung Kosten tatsächlich zusammensetzen
Die meisten Budgetgespräche scheitern daran, dass über einen Monatspreis verhandelt wird, bevor klar ist, was überhaupt gemacht wird. Dabei lässt sich SEO sauber in Bausteine zerlegen.
Die Bausteine im Überblick
Ein ernsthaftes SEO-Budget enthält immer mehrere dieser Posten – in unterschiedlicher Gewichtung:
- Technisches Audit: einmalig, danach punktuell. Findet Crawling-Fehler, Indexierungsprobleme, kaputte Weiterleitungen, Ladezeiten-Probleme.
- Keyword- und Wettbewerbsanalyse: einmalig zu Beginn, danach quartalsweise. Ohne sie optimieren Sie ins Leere.
- Content: der Dauerposten. Neue Seiten, Überarbeitung alter Seiten, Aktualisierung von Zahlen und Beispielen.
- On-Page-Optimierung: Title, Meta, interne Verlinkung, Struktur. Handarbeit, aber überschaubar.
- Linkaufbau: der umstrittenste Posten. Ein einzelner guter Backlink liegt je nach Branche im drei- bis vierstelligen Bereich.
- Technische Pflege: Core Web Vitals, Mobile-Darstellung, Updates. Läuft nebenher, verschwindet nie ganz.
Das Ding ist: Wenn ein Anbieter Ihnen einen Monatspreis nennt, ohne diese Posten zu trennen, wissen Sie nicht, was Sie kaufen. Ich habe Angebote gesehen, bei denen "SEO" am Ende zu 80 Prozent aus Linkkauf bestand – einer Tätigkeit, die ich in dieser Form für riskant halte. Hätte der Kunde die Aufschlüsselung verlangt, wäre das sofort sichtbar gewesen.
Eine grobe Kostenordnung pro Baustein
Belastbare Zahlen zu einzelnen Leistungen sind schwierig, weil kaum jemand sie veröffentlicht. Aus meiner eigenen Arbeit und aus dem, was ich aus Kollegen-Kreisen mitbekomme, ergibt sich eine grobe Ordnung:
| Baustein | Typische Einordnung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Technisches Audit | einmalig, mittlerer dreistelliger bis niedriger vierstelliger Bereich | Je größer die Seite, desto teurer |
| Keyword-Strategie | einmalig, niedriger bis mittlerer dreistelliger Bereich | Basis für alles Weitere |
| Content pro Seite | variiert stark nach Rechercheaufwand | Der größte Hebel und der größte Posten |
| On-Page-Optimierung | nach Stunden | Schnell erledigt bei klarer Struktur |
| Ein Backlink | drei- bis vierstellig | Qualität schlägt Menge, deutlich |
| Monatliche Betreuung | niedriger vierstelliger Bereich und darüber | Hängt an Umfang und Wettbewerb |
Kurz gesagt: Wenn ein Anbieter für einen Backlink 50 Euro verlangt, kaufen Sie keinen Link, sondern ein Verzeichnis-Eintrag ohne Wirkung. Und wenn ein Audit für 99 Euro angeboten wird, kommt dabei ein automatisch generierter PDF-Report heraus, den Sie auch selbst in Ihrem Google-Konto finden.
Einmalige SEO Optimierung Kosten vs. monatliche Betreuung
Hier liegt die häufigste Fehlannahme. Viele Kundinnen und Kunden fragen nach einem "einmaligen Projekt" und sind dann überrascht, dass die Rankings nach sechs Monaten wieder fallen.
Warum "einmalig" nicht funktioniert
SEO ist keine Renovierung, bei der man einmal die Wände streicht und dann jahrelang Ruhe hat. Sie ist eher wie ein Garten. Einmal umgraben reicht nicht – Unkraut kommt zurück, Pflanzen brauchen Wasser, und der Nachbar pflanzt in der Zwischenzeit etwas Höheres.
Was einmalig Sinn ergibt:
- Ein technisches Audit, wenn die Seite grundsätzlich gesund ist und nur punktuelle Fehler hat.
- Eine Keyword-Strategie, die intern weiterverwendet wird.
- Eine Schulung Ihres Teams, wenn Sie danach selbst weitermachen.
Was monatlich laufen muss: Content-Pflege, Aktualisierung von Seiten, Beobachtung der Rankings, technische Wartung. Ich habe noch kein Projekt gesehen, bei dem nach einem einmaligen Eingriff drei Jahre später alles unverändert lief. Google verändert seine Bewertung ständig, und Ihre Wettbewerber schlafen nicht.
Drei Abrechnungsmodelle und wann sie passen
Stundenhonorar: transparent, aber schwer zu planen. Passt, wenn Umfang und Aufwand unklar sind – etwa bei einer unsauber aufgesetzten Seite.
Monatspauschale: berechenbar, aber sie verleitet dazu, den Aufwand zu verschlanken. Fordern Sie hier die geplanten Stunden schriftlich.
Projektpreis plus Retainer: einmalig Audit und Strategie, danach monatlich die Betreuung. Das ist in meinen Augen die sauberste Lösung für die meisten kleineren Unternehmen.
Was ich dagegen ablehne: Erfolgsbeteiligung nur an Rankings. Ich habe es einmal mit einem Kunden so probiert, und es ging schief. Wir erreichten Platz 3 für einen Begriff, der ihm fast nichts einbrachte. Die Rechnung war für beide Seiten unbefriedigend. Es klingt verlockend, aber es verschiebt das Risiko auf den Falschen.
SEO Optimierung selber machen: spart es wirklich Geld?
Ja – wenn Sie Ihre eigene Zeit nicht mitrechnen. Nein – wenn Sie es tun.
Was Sie selbst hinbekommen
Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die kein Studium brauchen. Ich kenne Handwerker und kleine Ladenbesitzer, die ihre eigene Seite über Jahre gepflegt haben und damit gut fuhren.
Für den Einstieg reicht es, mit Google Search Console zu arbeiten. Wenn Sie das Tool noch nie geöffnet haben: Es zeigt Ihnen, für welche Suchanfragen Ihre Seiten erscheinen und wo Fehler liegen. Meine erste eigene Optimierung bestand aus drei Stunden Suchtiefe in Search Console und dem Entfernen von zwei kaputten Weiterleitungen. Danach kamen Anfragen herein, die vorher nie ankamen. Kein Honorar, nur Zeit.
Selbst machbar sind außerdem: Title-Tags umschreiben, Überschriften strukturieren, Ladezeiten verbessern, Häufigkeit der Aktualisierung planen.
Wo Selbermachen teuer wird
Schwierig wird es beim Linkaufbau und bei größeren technischen Umbauten. Eine Migration einer Seite auf ein neues System ohne SEO-Begleitung ist ein Klassiker, bei dem mehr Sichtbarkeit verloren geht als jede gesparte Honorarzahlung einbringt. Ich habe vor einigen Jahren zugesehen, wie jemand seine Domain mit einem neuen Shopsystem verband, ohne die Weiterleitungen zu prüfen. Nach zwei Wochen war der größte Teil der organischen Zugriffe weg. Es dauerte Monate, das aufzuholen.
Faustregel für die Entscheidung: Wenn es um Inhalte und Struktur geht, können Sie selbst tätig werden. Sobald Technik, Domainwechsel oder gezielter Aufbau von Verweisen ins Spiel kommen, sollte jemand mit Erfahrung draufschauen – und sei es nur beratend für wenige Stunden.
Wie viel kostet es, auf Google ganz oben zu stehen?
Diese Frage ist aus gutem Grund so beliebt: Sie verspricht eine klare Zahl. Nur gibt es die nicht, und das liegt an der Struktur der Ergebnisseite selbst. Oben auf Google stehen zwei völlig verschiedene Dinge: die bezahlten Anzeigen, die als solche gekennzeichnet sind, und die organischen, unbezahlten Ergebnisse darunter. Für die Anzeigen zahlen Sie pro Klick an Google, für die organischen Treffer zahlen Sie an die Optimierung.
In beiden Fällen ist der Preis nicht fix, sondern hängt davon ab, was Ihre Wettbewerber für denselben Begriff ausgeben. Bei einem umkämpften Begriff kann ein Klick bei Google Ads ein Vielfaches von dem kostet, was ein Klick bei einem Nischenbegriff ausmacht. Bei den organischen Ergebnissen verhält es sich ähnlich: Je stärker der Wettbewerb, desto mehr Arbeit und damit Honorar steckt in jedem Platz. Eine feste Zahl, die für jedes Unternehmen gilt, gibt es deshalb nicht – nur eine Relation: Ihr Preis richtet sich nach dem, was Ihre Konkurrenz auf denselben Begriffen investiert.
Wer damit wirbt, für einen bestimmten Betrag garantiert Platz 1 zu liefern, verkauft Ihnen entweder einen Begriff, den niemand sucht, oder er meint damit Anzeigen, nicht die organischen Ergebnisse.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
Ich habe viele Angebote gesehen und kann Ihnen einen Zehn-Minuten-Test geben. Seriöse Angebote nennen Tätigkeiten, nicht nur Preise. Sie sagen Ihnen, welche Seiten überarbeitet werden, welche Suchbegriffe im Fokus stehen und an welchen Stellen Sie keine Versprechen machen können. Und sie sagen Ihnen, wann Ergebnisse zu erwarten sind: realistisch in Monaten, nicht in Wochen.
Warnsignale, auf die ich achten würde:
- Garantie auf Platz 1 bei einem Begriff, den Sie nicht selbst ausgesucht haben.
- Keine Angabe, wie viele Stunden im Monat auf Ihr Projekt gehen.
- Verweise auf "hunderte Backlinks pro Monat" ohne Angabe zur Herkunft.
- Ein Vertrag mit langer Laufzeit, aus dem Sie nicht herauskommen.
Und ein Tipp, der mir selbst viel Ärger erspart hat: Fragen Sie im ersten Gespräch, was der Anbieter nicht tut. Wer sofort eine klare Antwort gibt – etwa "wir machen keine Linkkauf-Pakete" – wirkt auf mich glaubwürdiger als jemand, der alles verspricht.
Der Punkt, den fast alle vergessen
Am Ende entscheidet nicht der Monatspreis, sondern die Beziehung zwischen Ausgaben und Ergebnis. Ich habe Projekte begleitet, bei denen 4.000 Euro im Monat geflossen sind und am Ende dreißig Anfragen im Jahr hereinkamen – zu wenig. Und ich habe gesehen, wie 600 Euro im Monat, gezielt auf fünf gute Seiten verwendet, den Umsatz deutlich verschoben haben.
Deshalb die eine Bitte: Verlangen Sie in jedem Angebot eine Schätzung, was ein gewonnener Kunde über die organische Suche kosten darf. Wenn der Anbieter diese Frage nicht beantworten kann, ist der Preis nicht das Problem. Der Ansatz ist es.